Legales Ayahuasca in Österreich – Was wirklich gilt
Von Philipp Festbaum, Gründer AyaVision
Bevor ich AyaVision gegründet habe, war ich selbst auf der Suche. Jahre mit Alkohol, Zigaretten und Cannabis. Das war nicht aus Leichtsinn, sondern weil ich nicht wusste, wie ich anders mit mir und meiner Welt umgehen soll. Daher habe ich diese Substanzen als Flucht vor meinen Gefühlen eingesetzt.
Als Ayahuasca in mein Leben trat, wollte ich es zunächst nicht anfassen. Für mich war es eine verbotene Substanz und damit war das Thema erledigt.
Bis ich einen Anbieter in Deutschland fand, der Ayahuasca ohne externes DMT anbot. Legal. Das war der Moment, der alles verändert hat, nicht nur für mich persönlich, sondern letztlich auch für die Entstehung von AyaVision.
Was mich damals überzeugt hat, war nicht die Substanz selbst, sondern das Prinzip dahinter: Ayahuasca ist keine Flucht. Es ist eine Konfrontation mit dem eigenen Inneren. Und genau das wollte ich.
Die Rechtslage in Österreich – klar erklärt
Ein weit verbreitetes Missverständnis: „In Österreich ist Ayahuasca legal." Das stimmt so nicht – und es ist wichtig, das richtig zu verstehen.
Das österreichische Suchtmittelgesetz regelt nicht den Begriff „Ayahuasca", sondern die enthaltenen Substanzen. Konkret: DMT ist in Österreich als kontrollierte Substanz eingestuft. Jede Zubereitung, die externes DMT enthält, ist damit illegal – unabhängig davon, ob sie sich Ayahuasca nennt oder nicht.
Was nicht unter das Suchtmittelgesetz fällt: Zubereitungen ohne DMT.
Unsere Mischung enthält kein externes DMT. Damit bewegt sie sich klar im rechtlichen Rahmen.
Unsere Zubereitung – was drin ist und warum
Wir arbeiten mit einer Kombination aus zwei Pflanzen:
Ayahuasca-Liane (Banisteriopsis caapi) – die namensgebende Pflanze, seit Jahrhunderten in zeremoniellen Kontexten verwendet. Sie enthält natürliche MAO-Hemmer und bildet die Basis unserer Mischung.
Syrische Steppenraute (Peganum harmala) – ein hochpotenter natürlicher MAO-Hemmer, der in Österreich nicht reglementiert ist.
Diese Kombination ermöglicht eine tiefe, intensive Erfahrung – ohne verbotene Inhaltsstoffe. Die Wirkung entsteht nicht durch von außen zugeführtes DMT, sondern durch Prozesse im eigenen System. DMT ist eine körpereigene Substanz, die natürlicherweise im menschlichen Organismus vorkommt – unter anderem in der Zirbeldrüse, und nachweislich auch beim Träumen.
Interessant ist dabei: Selbst in gewöhnlichen Zitrusfrüchten lassen sich DMT-Spuren nachweisen. Das macht jedoch keinen Obsthändler zum Gesetzesbrecher, denn es handelt sich um eine natürlich vorkommende Verbindung. (Quelle: https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/jf401448q)
Was das für dich bedeutet – häufige Fragen
Kann ich als Teilnehmer aus Deutschland oder der Schweiz rechtliche Konsequenzen fürchten?
Nein. Die Erfahrung bei uns findet im rechtlichen Rahmen statt. Das DMT, das du während der Zeremonie erlebst, ist körpereigen – es wird nicht zugeführt, sondern im eigenen System aktiviert. Es ist weder durch einen Drogentest nachweisbar, noch gibt es eine rechtliche Grundlage für Konsequenzen in deinem Heimatland.
Warum ist Legalität für euch so wichtig?
Weil sie der Grundstein für alles andere ist. Anbieter, die sich in der Grauzone oder im illegalen Bereich bewegen, können oft keine verlässliche Unterstützung bieten. Kein festes Zentrum, keine transparente Kommunikation, manchmal nur eine Wertkartennummer die irgendwann nicht mehr erreichbar ist.
Wir wollen das Gegenteil davon: maximale Transparenz, ein festes Zentrum, ein erreichbares Team – vor, während und nach dem Retreat. Das ist nur möglich, wenn wir uns vollständig im rechtlichen Rahmen bewegen.
Ist die Erfahrung bei euch vergleichbar mit klassischem Ayahuasca?
Ja. Teilnehmer berichten von intensiver Wahrnehmung, inneren Bildern und tiefem Zugang zu persönlichen Themen – vergleichbar mit dem, was aus klassischen Ayahuasca-Zeremonien bekannt ist. Der Unterschied liegt in der Zusammensetzung, nicht in der Tiefe der Erfahrung.
Hat eure Mischung eine offizielle Bestätigung?
Einen unvergesslichen Moment erlebte ich 2019 auf der internationalen Ayahuasca-Konferenz in Girona, Spanien. Ein indigener Schamane kostete unsere Mischung – Ayahuasca-Liane und syrische Steppenraute – und sagte: das ist gute Medizin. Für mich war das der Moment, in dem ich wusste, dass ich diesen Weg weitergehen will.
Verantwortung als Grundprinzip
Legalität ist für uns kein Marketing-Argument. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass wir unsere Arbeit so machen können, wie wir es für richtig halten: mit qualifiziertem Fachpersonal, medizinischer Begleitung, einem festen Zentrum und voller Transparenz.
Wir orientieren uns konsequent an den geltenden Rahmenbedingungen – nicht weil wir müssen, sondern weil wir überzeugt sind, dass das der einzig richtige Weg ist, um Menschen in diesem Prozess wirklich gut zu begleiten.
Philipp Festbaum Gründer, AyaVision Seit 2020 begleiten wir Menschen mit Ayahuasca – legal, professionell und mit ganzem Herzen.